Donnerstag, Juli 27, 2017

Unterwegs: Wandern auf dem Feldbergsteig

Bei 36°C am Hochrhein zog es mich letze Woche hoch in den Schwarzwald - genauer gesagt auf "den Höchsten", den Feldberg, mit 1493 Meter der höchste aller deutschen Mittelgebirgsgipfel.


Der Feldbergsteig ist ein als Premiumwanderweg ausgezeichneter Weg, der am Haus der Natur startet und dann auf den Feldberg, runter Richtung Zastler Loch - Raimartihof - Feldbergsee und wieder hoch zum Haus der Natur führt und dabei jede Menge Hütten tangiert. Perfekt für Einkehrwanderer ;).
Ich habe bislang immer gute Erfahrung mit den Premiumwegen im Schwarzwald gemacht, sie sind für gewöhnlich sehr gut augeschildert und abwechslungsreich. Beim Feldbergsteig war überall zu lesen, dass er häufig überlaufen ist - in der Hauptwandersaison würde ich durchaus, wenn irgendwie möglich einen Wochentag anpeilen. Ich bin den Steig Mittwochs gelaufen und hatte den Weg oft für mich alleine, nur an bestimmten Knotenpunkten begegnet man mal wirklich mehreren Menschen, fand ich sehr angenehm.
Ein weiterer Pluspunkt für mich - der Startpunkt ist gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen - ab Basel mit der S-Bahn nach Zell im Wiesental, weiter mit dem Bus über Todtnau zum Feldberg.

Raus aus dem Bus gehts kurz über einen wenig attraktiven Weg an der Skipiste enlang, bald zweigt aber ein kleiner Pfad Richtung Bismarckdenkmal und Feldbergturm ab. Überall wo man hinsieht steht der Gelbe Enzian.


Oben pfeift der Wind ganz schön, Alpensicht hat man heute leider keine. Also halte ich mich nicht allzu lange an der Bergstation der Seilbahn auf (mit Kindern könnte man das erste Stück auch gut mit ebenjener zurücklegen) und laufe weiter auf einer Art Hochplateau Richtung Feldberggipfel. Immer wieder wunderbare Wiesen und Ausblick auf die anderen Schwarzwaldgipfel, wie hier auf den Belchen.


Wenn man genau hinsieht, kann man allerlei Pflanzen entdecken, hier z.B. Augentrost - ist mir vorher auch noch nie aufgefallen.


Nach dem Abstieg vom Gipfel bestünden auch schon erste Einkehrmöglichkeiten - die St. Wilhelmer Hütte (Mittwoch Ruhetag) liegt direkt am Weg, die Todtnauer Hütte wäre mit einem kleinen Alternativweg zu erreichen. Mir ist das noch zu früh, ich laufe weiter, hinab ins Zastler Loch, hier wachsen massig Heidelbeeren und alles blüht und grünt.




Auch an der Zastler Hütte besteht Einkehrmöglichkeit. Mir immer noch etwas früh, außerdem gehts danach erstmal wieder den Berg hoch. Schön gesessen hätte man aber auf alle Fälle!


Nach einem kurzen Anstieg erreicht man schon die nächste Einkehrmöglichkeit, die Baldenweger Hütte. Auch hier lasse ich mich noch nicht nieder - ich habe auf der Karte des Raimartihofs vorab Brägele mit Bibbeleskäs entdeckt, die ziehen mich magisch an.
Doch erst folgt noch das schönste Stück des ganzen Weges - der Pfad  führt über Treppchen und Brückchen an einem kleinen Bach durch urwaldartigen Wald. So schön!






Dann noch ein, zwei Kilometer auf eher langweiligem Forstweg und der Raimartihof ist erreicht. Der Gashof ist in einem riesigen, alten Schwarzwaldhaus untergebracht, die schattige Terasse und der Biergarten locken. Aber auch die Wirtsstuben sahen sehr gemütlich aus. Ich genieße Brägele (Bratkartoffeln) mit Bibbeleskäs (eine Art Quark) und trinke Wasser mit selbstgemachtem Holunderblütensirup. Wunderbar! Für den Apfelstrudel ist leider kein Platz mehr im Bauch, weiter gehts - wobei der allergrößte Teil des Weges schon erledigt ist.


Kurz nach dem Raimartihof erreicht man auch schon den Feldsee. Wunderschön liegt er da, leider besteht Badeverbot - ein seltener Unterwasserfarn hat hier sein Zuhause, den es wohl nur noch im Feld- und Titisee gibt. Wollen wir ihn mal nicht stören.


Nach dem Feldsee gehts dann nochmal in Serpentinen steil über einen steinigen Weg nach oben, vielleicht sogar das anstrengendste Stück des ganzen Weges - jedenfalls das einzige Mal, dass ich ins Schwitzen komme. An der Talstation der Feldbergbahn hat man dann aber nochmal diverse Möglichkeiten, sich mit einem kühlen Getränk zu belohnen, während man auf den Bus wartet... ein rundum gelungener Wandertag!

Länge: ca. 12,5 km
Höhenmeter: 500-600 m hoch und wieder runter
Dauer: angegeben waren 4.15 bis 5 Stunden, ich habe incl. kurzen Fotopausen, excl. Einkehr ca. 4 Stunden gebraucht.
Hier auch nochmal der Link zur Tour auf outdooractive.com

Montag, Juli 24, 2017

Turckheim - Staub-Outlet und Spaziergang

Vergangenes Wochenende haben wir endlich mal geschafft, was wir uns schon länger vorgenommen haben - dem Staub Fabrikverkauf in Turckheim im Elsass einen Besuch abzustatten.


Die Firma Staub ist v.a. für ihre Cocotte - emaillierte gusseiserne Töpfe und Bräter bekannt, hat aber auch sonst noch allerlei wunderbares aus emailliertem Gusseisen: Pfannen, Woks, Fonduetöpfe.. wir wollten schon länger eine gusseiserne Pfanne haben (ich habe eine Cocotte und sie ist mein absoluter Lieblingstopf und befindet sich im Dauereinsatz - von der Qualität bin ich also wirklich überzeugt).

Im Fabrikverkauf mit total netter Beratung (sogar auf Deutsch..) gibts normale A-Ware (kostet dann glaub ich auch das Gleiche oder ist minimal günstiger als sonst), aber eben auch deutlich reduzierte B-Ware, Auslaufmodelle und dann gibts noch ein paar Supersonderangebote. Inzwischen gehört Staub zu Zwilling, also gibts auch Produkte von Zwilling sowie von Ballarina und ziemlich genial aussehende (und nicht meiner Preisklasse entsprechende) japanische Messer von Miyabi (dabei waren die toll reduziert.. so von 600 auf 300 Euro..). Wir haben uns ganz gut beherrscht und tatsächlich nur eine schöne Pfanne (B-Ware, der Holzgriff hat eine kleine Macke auf der Unterseite - immerhin auch 40 Euro günstiger) und ein bisschen Keramik, die es gerade im -50% Angebot gab erstanden. Kein Wok (wo stell ich den nur hin? Keine Grillpfanne (braucht man sowas? Ich frage mich noch..). Braver Kochfrosch.

Im Anschluss lohnt sich noch ein Spaziergang durch die schöne Altstadt (Altdorf..) von Turckheim. Typisch elsässisches Fachwerk, Türmchen, eine Stadtmauer und Weinberge drumherum - dabei lang nicht so überlaufen wie die berühmteren Dörfer an der Weinstraße. Uns hats richtig gut gefallen! Wer also irgendwie in der Nähe Freiburg - Basel sein sollte.. evtl. einen kleinen Abstecher einplanen!







Staub Fabrikverkauf
Rue de l'huilerie
68230 Turckheim
Frankreich 03 89 27 77 71

Öffnungszeiten Mo - Sa von 10-12.30 Uhr und 14-18.30 Uhr

Sonntag, Juli 23, 2017

Sammelfreuden: Pfifferlinge!

Oh, ich liebe Pilze sammeln! Für mich gibt es praktisch nichts Entspannenderes als durch den Wald zu streifen, langsam den Boden absuchen. Symbiosen erkennen, Muster entdecken. Aus der Hocke den Waldboden betrachten, neue Perspektiven. Der Geruch von Kiefernnadeln und Moos. Achja.. leider erkenne ich alleine nicht allzuviele Sorten - muss ich für den Pilzwald hier allerdings auch nicht, da wachsen nämlich praktisch nur die Anfängerpilze schlechthin - Pifferlinge.


Warme Tage, dann der ersehnte Regen - immer noch war der Boden recht trocken, die Pilze teilweise sehr klein (oder es waren schon Sammler vor uns da) - trotzdem konnten wir nach etwa zwei Stunden gute 400 g mit nach Hause nehmen.

Die ersten Pfifferlinge im Jahr genießen wir am liebsten recht pur - gute Pasta, getrocknete Tomate (immer ein guter Speckersatz), etwas Creme fraiche, Petersilie, Zwiebelchen, oben drauf ein paar frittierte Salbeiblätter und einen schönen Salat dazu. Oh du gutes Leben.

Pfifferlingpasta



Zu einfach für ein echtes Rezept:

Zwiebel fein würfeln, in Butter und etwas Öl glasig dünsten. Weiche, getrocknete Tomate fein würfeln und etwas mitdünsten. Hitze etwas höher drehen, Pilze dazugeben und kräftig anbraten. Ein paar Löffel Creme fraiche und etwas Sahne unterrühren, salzen, pfeffern, mit etwas Zitronensaft abschmecken. Petersilie fein hacken und unterrühren.
Gleichzeitig schonmal die Pasta kochen. Nach Belieben ein paar Salbeiblättchen in Öl frittieren, abtropfen lassen und über die Pastasauce geben (wir hatten grad einen abgeknickten Zweig Salbei, der verwertet werden wollte - passt sicher auch gut statt Petersilie..). Genießen!



Montag, Juli 03, 2017

Mädelsgrillen

inmal wollten wir in unseren Mädels-Urlaubstagen unbedingt am Steintisch im Garten grillen - zu zweit eine kleine Herausforderung, weil man sich so beschränken muss und die mögliche Essmenge einfach begrenzt ist. Aber weils so schön und perfekt war, hier einfach mal die lose Aufzählung, mit was wir uns den Abend nach der schönen und anstrengenden Gratwanderung belohnt haben.


Wir haben uns auf sehr schnelle Dinge beschränkt - nach der Wanderung hatten wir keinerlei Lust, lange in der Küche zu stehen. Es gab mit viel Rosmarin und Knoblauch marinierten Lammrücken (am Vortag mit Knoblauch, Rosmarin und Olivenöl umhüllt, wartete dann geduldig im Kühlschrank, nachdem der Vortag sich als Regentag entpuppte), den Tomate-Mozarella-Basilikum-Klassiker, Kartoffelpäckchen und Halloumi-Zucchini-Mango-Spieße, die Anna beigesteuert hat.


Dazu Zucchini in dünne Scheiben schneiden und um Halloumiwürfel wickeln. Abwechselnd mit Mangostücken auf Spieße stecken und mit einer Marinade aus geröstetem Sesamöl, etwas Honig und Thymian bepinseln, salzen und pfeffern. Gegrillt haben wir vorsichtshalber auf Alufolie, nicht, dass was abhaut oder zu viel Öl in die Kohle tropft. Eine wunderbare Kombi aus süß-quietischig-nussig!


Die Kartoffelpäckchen waren auch denkbar einfach - kleine Kartöffelchen vierteln, mit Olivenöl, Rosmarinnadeln und etwas Salz portionsweise in Alupäckchen packen und etwa 10 Minuten grillen, lieber einmal öfter aufmachen und gucken, ob sie schon durch sind, irgendwann verkohlen die recht fix. Danach mit Fleur de Sel bestreuen, genießen.


Und dann war da ja noch das Fleisch..

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Ein ziemlich perfekter Grillabend!

Sonntag, Juli 02, 2017

Wandern im Tessin: Vom Monte Tamaro auf den Monte Lema

Als zweite größere Wanderung hatten wir uns einen echten Klassiker ausgesucht: die Gratwanderung vom Monte Tamaro auf den Monte Lema (hier kann man sich sogar ein kurzes Video dazu angucken). An der Talstation des Tamaro noch ein banger Blick gen Himmel - grau und bewölkt sah es auch, einige Wettervorhersagen sprachen auch von Regen und/oder Gewitter. Drum kauften wir erstmal nur das einfache Ticket auf den Tamaro - die freundliche Dame erzählte uns, dass wir auch in Lema noch problemlos Abfahrticket und Bus zurück buchen könnten, der Preis sei der Gleiche wie für das Kombiticket.

Oben angekommen erste Freude: Wir sind schon über den Wolken und genießen die Aussicht auf Wolkenmeer und Gipfel. Diese Aussicht versüßt uns auch den wegetechnisch etwas langweiligen (Schotterweg) Aufstieg bis zur Capanna Tamaro. Bis hierher alles auch gut mit Turnschuhen machbar, danach würde ich zu Wanderschuhen raten.

Startpunkt ist die Alpe Foppa, Bergstation der Tamaro-Seilbahn. Hier zu besichtigen: die moderne Kirche Santa Maria degli Angeli von Mario Botta.



Inzwischen ist auch die Sonne rausgekommen - Terasse der Capanna Tamaro. Sie sieht so schön und einladend aus - nur sind wir immer viel zu früh für eine Einkehr hier..



Hier sieht man schön, wie sich der Weg, der ab hier in einen Pfad übergeht weiter Richtung Tamaro (der zweite Berg in der Mitte ists) windet.


Auch hier säumen blühende Alpenrosen den Weg.


Das letzte Stück ist steil, dann ist der Gipfel erobert - Monte Tamaro, 1960 Meter hoch. Kurz haben wir den Gipfel ganz für uns alleine, anfangs auch noch mit atemberaubender Aussicht auf Berge und Seen. Dann schiebt sich die Wolkenwand direkt auf uns zu.. und wird uns den Rest der Wanderung auch weiterhin begleiten. Hier oben waren wir vor drei Jahren schon einmal, wir gucken in den Himmel und beschließen - diesmal gehen wir den Grat!


Ab hier gehts immer hoch und runter, mal gehen wir knapp über der Wolke, mal in der Wolke, mal kriecht sie vor unseren Augen über den Grat. Nur kurz reißt die Decke auf und gibt Ausblicke frei - die ganz grandiose Aussicht können wir heute leider nur erahnen. Trotzdem - und gerade deshalb aber auch eine sehr faszinierende Stimmung. Und der Weg ist heute alles andere als überlaufen. Immer wieder begegnen einem kleine Gruppen, aber man ist fast immer allein unterwegs.

Wir nehmen auch noch den Monte Gradicchioli (1936 m) mit, danach gibts bis zum Monte Lema keine größeren Anstiege mehr. Man kommt an der Wanderung übrigens an zwei Selbstbedienungsstationen vorbei - in einem kleinen Häuschen kann man sich mit gekochten Eiern, gekühlten Getränken und Ziegenkäse der nahen Alpe eindecken (zwischen Bassa di Indemini und Mt. Gradicchioli müsste die gewesen sein) , die andere Station steht am Passo Agario - eine richtig schöne Hütte mit Bänken vor der Türe - sehr einladend, würden wir nicht gerade mitten in der Nebelwand stehen.

Auf dem Bergrücken des Monte Gradicchioli



Und immer weiter über den Grat..


Nochmal ein kurzer Anstieg, dann ist die Bergstation des Monte Lema mit Einkehrmöglichkeit erreicht. Wir packen erstmal den zweiten Teil unsere Vesper aus dem Rucksack und futtern. So richtig hübsch ist es nicht und wir wollen natürlich auch noch auf den echten Gipfel des Monte Lema - also nochmal ein paar Höhenmeter hinauf, dann steht man am ziemlich überdimensionierten Kreuz auf dem Gipfel auf 1620 Metern Höhe. Und tatsächlich - es reißt auf und wir gucken auf den Luganer See herab. Panoramatafeln zeigen uns, wie es sonst hier aussieht..
Dann sehen wir zu, dass wir in die Seilbahn kommen - es befindet sich noch eine ganze Gruppe Modellflugzeuflieger auf dem Berg, die wollen bestimmt auch noch ins Tal.

Die Seilbahn mit 3 Kabinen fährt alle 30 Minuten ins Tal - letzte Fahrt (Dauer ca. 10 Minuten) ist um 17.30. Wir nehmen die um 16.30 Uhr und genießen in Miglieglia noch einen Kaffee, bevor uns der Shuttle-Bus um 17.15 wieder zurück nach Rivera zur Talstation des Monte Tamaro bringt. Eine tolle Wanderung, die ich gerne - dann vielleicht mit mehr Ausblick - auch ein zweites Mal gehen würde.

Wir haben für die knapp 13 km, ca. 1060 Höhenmeter ungefähr 5,5 Stunden benötigt, incl. Pausen. 
GPS-Daten usw. gibts auch bei outdoor active - hier wird die Tour allerdings andersherum, vom Monte Lema auf den Tamaro begangen.

Donnerstag, Juni 29, 2017

Wandern im Tessin: Von Rasa auf den Pizzo Leone

Fast zwei Wochen ist es jetzt schon wieder her, dass ich ein paar Wandertage mit einer lieben Freundin im Tessin verbringen konnte. Die Männer mussten leider arbeiten (und sind vielleicht nicht ganz so berglustig wie wir), also haben wir uns alleine auf den Weg gemacht.

Zwei Wanderungen möchte ich auch hier auf dem Blog vorstellen - vielleicht ists ja eine Anregung für den ein oder anderen? Die erste führt ins Centovalli - Startpunkt ist das Bergdorf Rasa, das nur zu Fuß oder per Seilbahn erreicht werden kann. Von dort wollen wir auf den Pizzo Leone. Die Fahrt mit der kleinen Self-Service-Seilbahn (Automat unten, einsteigen, beim zweiten Piep gehts los, geknipst wird oben) ab Verdasio macht jedenfalls schon mal Lust und Laune.


Kurz gehts durch schöne Dörfchen Rasa, in dem man sich auch noch länger aufhalten könnte, wir haben vorher schon etwas getrödelt und sollten so langsam los - immerhin wollen wir auch abends gerne wieder mit der Seilbahn ins Tal fahren (letzte Fahrt um 18 Uhr) und nicht laufen.


Abwechslungsreich führt der Pfad über Wiesen und den Weiler Monti - ab den zerfallenen Häusern von Termine gehts im Wald dahin. Wir sind dankbar, die Sonne scheint und es ist ziemlich warm, da ist Schatten nicht gerade ungelegen.



Der Pfad fällt teilweise in einigen Kehren recht steil auf der einen Seite ab, wir haben damit keine Probleme. Die erste größere Steigung gibts am Ende des Waldes, bald darauf sieht man zum ersten Mal den See - an unserem Wandertag wars leider ziemlich diesig, allzuviel sieht man nicht. Weiter über eine Weide mit Hochlandrindern (denen ist heut sicher auch schön warm), die sich im Schatten von Bäumen drängen. Dann immer weiter über die Alpe die Naccio und ein Meer an blühenden Alpenrosen - so toll, ich hab sie noch nie zur Blütezeit erwischt.


Das erste Gipfelkreuz steht bei Pkt. 1499m, auch wenn hier eigentlich kein Gipfel ist. Tolle Aussicht gibts allerdings. Ab jetzt immer aufwärts, das letzte Stück zum Gipfel gehts über Steinplatten, die Sonne knallt, aber nach gut 40 Minuten sind wir oben - Pizzo Leone, 1659 m. Von hier genießen wir das herrliche Bergpanorama und beobachten große Schmetterlinge. Außer uns ist niemand hier - überhaupt, wir begegnen auf der ganzen Wanderung etwa 4 anderen Grüppchen, sehr angenehm..



Der Abstieg ist dann ziemlich steil, wir sind froh um unsere Wanderstöcke und noch froher, als wir irgendwann wieder an der Kreuzung Termine stehen. Ab hier gehts auf bekanntem Weg zurück in Richtung Rasa.

Wer lieber steiler auf- als absteigt, der sollte die Tour evtl. ab Termine umdrehen, also den steileren Aufstieg wählen und dann etwas bequemer über die Alpe di Naccio absteigen, die Aussicht wäre schöner (Blick Richtung See) und der Großteil des Aufstiegs im Schatten.

Eine Erfrischung am Brunnen in Rasa - für einen Grottobesuch langts leider nicht mehr. Der nette Mann von der Seilbahn erkennt uns wieder und fragt wies war - eine richtig schöne Wanderung. Fürs nächste Mal empfiehlt er uns den Gridone (2189m) - da müssen wir dann aber früher aufstehen ;).


Die Tour ist auf outdooractive beschrieben, ist ca. 12 km lang. 954 m hoch und wieder runter - beschriebene Gehzeit 4.45 Std. Wir haben gute 4,5 Std incl. Foto-, Trink- und Gipfelpause gebraucht.

Mittwoch, Juni 28, 2017

Fladenbrot (Pide) nach Brotdoc

Wer mir auf Instagram folgt hats schon gesehen: letzte Woche habe ich zum wöchentlichen Schmaus- und Spieleabend Fladenbrot gebacken. Und weil es sehr viele Rufe nach dem Rezept gab und ich geschmacklich von dem Brot absolut überzeugt war, möchte ich es hier nicht vorenthalten - auch wenn es schnöde nachgebacken ist. Aber manchmal brauchts ja eine kleine Erinnerung - und ich möchte sichergehen, dass ich es auf alle Fälle wieder finde!


Mir fiel glaube ich Montag abend ein, was ich am Mittwoch denn zum Essen machen möchte. Und dass ich gerne Fladenbrot dazu backen würde. Ich habe schon früher Fladenbrot gebacken - 1 Stunde Gehzeit, 1 Würfel Hefe. Naja. Inzwischen weiß ich: Kann man schon machen, geht aber schon auch deutlich besser. Also bei Mama gesucht (nix gefunden), bei Lutz gesucht (zu lange Vorlaufzeit), beim Brotdoc gesucht - Volltreffer. Bei diesem Rezept hat man natürlich durch den geringen Hefeeinsatz auch eine gewisse Vorlaufzeit (12 Stunden für den Vorteig, ca. 1 gute Std. Arbeits- und Wartezeit Hauptteig, 12-24 Stunden Reifezeit) - aber 1 Tag im Vorraus reicht.

Hauptteig nach ca. 16 Stunden Kühlschrank.


Also habe ich am Vortag morgens vor der Arbeit schnell die Zutaten für den Vorteig verrührt, abends mit den restlichen Zutaten vom Hauptteig vermischt und die Maschine rühren lassen. Genauere Anmerkungen s. Rezept. Dann hat man ein Fenster von 12-24 Stunden, die der Teig im Kühlschrank verbringt und ordentlich Geschmack produziert - so konnte ich am Mittwoch am späten Nachmittag ganz entspannt (hahaha.. es hatte 36°C, da heizt man gern mal den Ofen auf 280°C ein) Fladenbrot backen.
Mein Teig war wie man oben sieht noch etwas klebriger als beim Brotdoc im Video - ließ sich auf der gut bemehlten Arbeitsfläche aber gut handeln und zu Paketen formen/weiterverarbeiten.
Beim Brotdoc gibts zum Formen auch ein prima Video dazu:

Fertig für den Ofen.


Wie schon in vielen Kommentaren zum ursprünglichen Rezept hatte auch ich in meinen Broten mehr oder weniger große Blasen - das liegt am Teig, klar - allzugroße Blasen lassen sich angeblich vermeiden, in dem man das Fladenbrot vor dem Backen wirklich gut punktuell zusammendrückt - hab ich gemacht, ich hatte trotzdem Blasen. Aber irgendwie gehören die ja auch dazu.
Geschmacklich war es wirklich hervorragend, knusprige Kruste, innen weich, aromatisch, tolle Struktur, ich war/bin begeistert. Kein Vergleich zu dem sehr feinporigen Hefebrummer von vor 8 Jahren..

Zeitfahrplan: Vorteig verrühren - 12 Stunden - Hauptteig zubereiten, incl. Wartezeiten ca. 1 Std 15 - 12-14 Std. Ruhen im Kühlschrank - ca. 1 Std. Ofen vorheizen, 1 Std formen/ruhen/backen (je nachdem, wieviele Brote man macht)

Fladenbrot nach Brotdoc


==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel: Fladenbrot nach Brotdoc (Pide)
Kategorien: Fladenbrot
Menge: 3 Große Fladenbrote

Zutaten

Vorteig:
300GrammWeizenmehl 550
300GrammWasser
0,3GrammHefe
Hauptteig:
480GrammWasser (+130 g Wasser, s.u.)
Gesamter Vorteig
900GrammWeizenmehl 550 (K: Weizenmehl Tipo 00)
24GrammSalz
9GrammHefe

Quelle

https://brotdoc.com/2015/05/07/pita/
Erfasst *RK* 28.06.2017 von
Kathi Holzapfel

Zubereitung

Für den Vorteig alle Zutaten verrühren und 12 Stunden reifen lassen. (K: Vortag morgens)

Alle Zutaten außer Salz und Hefe in den Kneter geben. Die extra 130 g Wasser zurückhalten. Den Teig 2 Minuten langsam ankneten und sodann 30 Minuten ruhen lassen. Salz und Hefe zugeben und 3 Minuten langsam unterkneten, den Kneter weiter laufen lassen. Dann beginnen, schluckweise das zusätzliche Wasser einzukneten, bis es vom Teig aufgenommen wurde. Bei kleberschwächeren Mehlen kann es sein, daß vielleicht nur 80-100 ml eingeknetet werden können. Zum Schluß 2-3 Minuten auf zweite Knetstufe stellen, bis sich der Teig komplett von der Schüssel löst. (K: Vortag abends. Ich konnte komplette 130 ml Wasser einarbeiten, der Teig löste sich (v.a. am Boden) nicht komplett von der Schüssel, allerdings an den Rändern. Teig sehr geschmeidig, feucht).
In eine Teigwanne (K: mit Olivenöl geölte Schüssel) geben und 30 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen. Ein mal strecken und falten und die Teigwanne sodann verschlossen für 12-24 Stunden im Kühlschrank bei 5°C lagern.

Die Zubereitung ist dann denkbar einfach. Den Ofen mit Backstein gut und gründlich auf 280°C vorheizen. Die Arbeitsfläche gut bemehlen und den Teig darauf auskippen und vorsichtig die gröbsten Gärblasen herausdrücken. In 3 gleiche Teile teilen (ich mache das nach Augenmaß) und jedes der Teile grob rundwirken. Die Teiglinge abdecken. Nach 15 Minuten kann der erste Teigling geformt werden: Mit beiden Händen wird er am Rand gefaßt und von allen Seiten auseinandergedehnt, möglichst so, daß er sich gleichmäßig dick ausdehnt und nicht sehr dünne und sehr dicke Stellen bekommt. (K: mit dem Nudelholz etwas nachgeholfen)

Hat er die gewünschte Größe erlangt, wird der Teigling auf einen Einschießer mit Backpapier gelegt (K: Einschießer mit Hartweizengrieß bestreut, kein Backpapier verwendet). Mit den Fingerspitzen beider Händen tiefe Eindrücke/ Löcher in die Oberfläche drücken, gut mit Wasser besprühen und mit Sesam und Schwarzkümmel bestreuen. Dann sofort auf den heißen Backstein einschießen und gut schwaden. Die Brote bei konstant 280° in 14-18 Minuten ausbacken, so bekommen sie eine dünne und dennoch kräftig gefärbte aromatische Kruste und bleiben innen weich und saftig. Nach derselben Art nacheinander die anderen beiden Brote abbacken.

K: Hälfte der Teigmenge gemacht - langte genau für 2 Fladenbrote, die noch auf den Brotschieber passen. Gut Löcher eindrücken - das soll die Teigschichten oben und unten miteinander verbinden und verhindern, dass es Riesenblasen gibt. Gabs trotzdem, war aber nicht weiter schlimm. Gut schwaden bringt schönere Farbe und eine schönere Kruste. Geschmacklich hervorragendes Fladenbrot! Schmeckt frisch am besten - ansonsten bald in eine Plastiktüte stecken und bei Bedarf aufbacken oder auftoasten.
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Und was gabs dazu?
- Auberginensalat mit Kichererbsen
- Möhrenhummus
- und einen großen Teller rohes Knabberzeug zum Dippen