Tja, da stand ich nun. Meine Ehre gebietet es mir irgendwie schon, dass ich da mitmache, schließlich habe ich eine besondere Beziehung zu Brasilien: Vor über 10 Jahren habe ich die 11. Klasse in Ouro Branco, einer Kleinstadt im Bundesstaat Minas Gerais bei einer Gastfamilie verbracht und 11 Monate lang Land, Leute und natürlich Küche aus erster Hand kennengelernt. Seitdem war ich noch drei Mal in diesem so großen, so faszinierenden Land.
Ouro Preto, Minas Gerais
typisch Minas Gerais, Serra de Ouro Branco
Das typische Mittagessen besteht ja schon aus Reis, Bohnen, Salat und Fleisch. Dazu dann gern noch Lasagne, irgendwelche Nudeln, Kartoffelpüree.. das wirkt für den Europäer erstmal etwas suspekt, man gewöhnt sich aber problemlos dran ;). Bei meinem letzten Besuch in Brasilien vor drei Jahren habe ich übrigens mal eine Woche mein Mittagessen fotografiert - hier gehts zum Bericht.
Die brasilianische Küche ist vielfältig und lebt von zig Einflüssen. Ureinwohner, Sklaven aus Afrika, Einwanderer aus Europa, Japan, dem mittleren Osten - alle bringen einen Teil ein. Dann ist natürlich noch die große Frage, wo man sich aufhält - Brasilien besteht nämlich nicht nur aus Strand und Meer ;).
So unterscheidet sich die Küche aus Minas, die ich kennen gelernt habe deutlich von der an der Küste. Fisch und Krabben spielen keine Rolle, dafür gibts viel Fleisch, Milchprodukte, das berühmte Pao de Queijo, viel Eintöpfe und die berühmten Süßigkeiten.
Tja, was koch ich also jetzt? Wer den Blog hier regelmäßig verfolgt, weiß, dass ich praktisch kein Fleisch zubereite. Und fleischlos und Brasilien ist.. schwierig. Jedenfalls nicht mehr ganz so typisch. Nachdem ich dann noch eine Tüte Maniokmehl aus dem Vorratsschrank gefischt habe, wusste ich, was ich euch zeige: Eine ganz bodenständige Beilage, die man locker auch zum Hauptessen aufbauschen kann.
Farofa ist geröstetes Maniokmehl, das gut zu allen Bohnengerichten passt, es gehört als klassische Beilage zur Feijoada, wird aber auch gern zum Churrasco gereicht.
Die Basis ist geröstetes Maniokmehl, dem etwas Butter zugesetzt wird - und dann sind der Fantasie praktisch keine Grenzen gesetzt: Sehr häufig wird Farofa mit Ei zubereitet, mit Wurstscheiben und Bacon aufgemotzt, man kann Cashews hinzugeben, frische Ananas, Möhre, Paprika, Couve (brasilianischer Kohl)... ich habe eine Variante gemacht, die es bei uns öfter zu Hause gab. Allein ist die Sache natürlich etwas trocken - super schmeckt Farofa mit Bohnen. Zum Churrasco gibt es zur Farofa auch häufig eine Vinagrete (sprich: Wienagrätsch ;) ) - eine Art Salsa mit Tomaten, Paprika, Zwiebeln und Chili.. und weil ich hier kein Picanha grillen kann, gibts jetzt erstmal eben nur Farofa und Vinagrete.. hab ich vor 10 Jahren nämlich schon seeehr gern gegessen.
Bei unserem Dorfmetzger habe ich natürlich keine brasilianische Linguica bekommen, als Ersatz gibt es eine der Chorizo ähnlichen italienische Paprikawurst.
Herr Kochfrosch, der mit brasilianischer Küche noch nie in Berührung gekommen ist, hat es jedenfalls sehr gut geschmeckt.
Farofa mineira (Farofa aus Minas) mit Vinagrete
| ========== | REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: | Farofa mineira |
| Kategorien: | Brasilien, Glutenfrei, Beilage |
| Menge: | 2 Als Hauptgericht |
Zutaten
| 100 | Gramm | Linguica (brasilianische geräucherte Wurst, | |
| -- ersatzweise z.B. Chorizo) | |||
| 200 | Gramm | Maniokmehl | |
| 1 | Zwiebel | ||
| 1 | Knoblauchzehe | ||
| 1/2 | Paprika | ||
| 3 | Frühlingszwiebeln | ||
| 1 | Möhre | ||
| Olivenöl | |||
| Butter | |||
| 2 | Eier | ||
| Salz | |||
| Pfeffer | |||
| Frisch gehackte Petersilie | |||
| Oliven (grün oder Kalamata, nach Belieben) |
Quelle
| Erfasst *RK* 02.09.2013 von | |
| Kathi Holzapfel |
Zubereitung
Maniokmehl in einer beschichteten Pfanne bei schwacher Hitze rösten, dabei aufpassen, dass es nicht anbrennt, beiseite stellen.Zwiebel fein würfeln, Knoblauch würfeln, Paprika würfeln. Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Möhre raspeln. Eier verkleppern, mit Salz und Pfeffer würzen. Die Wurst in etwa 1-2 cm dicke Scheiben schneiden.
Die Wurst (falls nötig in etwas Öl) anbraten. Zwiebeln zugeben und glasig dünsten, Knoblauch hinzugeben. Paprika, Möhre und Frühlingszwiebeln ebenfalls etwas anbraten. Die Zutaten an den Rand schieben, in die Mitte der Pfanne noch etwas Öl oder Butter geben und die Eier hineingeben, leicht stocken lassen und mit den restlichen Zutaten verrühren. Maniokmehl hinzugeben und noch etwas weiterbraten, bis alles krümelig ist. Ggf. noch etwas Butter zufügen.
Mit Petersilie bestreuen und nach Geschmack Oliven hinzugeben. Zusammen mit Vinagrete servieren.
Farofa, also geröstetes Maniokmehl wird als Beilage zu vielen Gerichten in Brasilien gereicht, z.B. zum Churrasco (zusammen mit Vinagrete), zu Feijoada oder einfach so zu Bohnen. Es gibt sie von ganz einfach, nur mit Zwiebeln und etwas Ei, bis zu aufgemotzt mit Wurst, Bacon oder Gemüse.
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| ========== | REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4 |
| Titel: | Scharfsaure Sauce - Vinagrete |
| Kategorien: | Beilage, Gemüse, Brasilien, vegetarisch, vegan |
| Menge: | 3 Portionen |
Zutaten
| 1 | Zwiebel, gewürfelt | ||
| 1 | Knoblauchzehe; gepresst | ||
| 1-2 | Tomaten; gewürfelt | ||
| 1 | Grüne Paprikaschote; gewürfelt (K: gelb /rot) | ||
| 4 | Feingehackte Malagueta-Chilis; oder andere | ||
| -- kleine scharfe Chilischoten; nach Geschmack | |||
| -- mehr oder weniger | |||
| Salz | |||
| 1 | Essl. | Essig | |
| 1 | Limette: Saft | ||
| 4-6 | Essl. | Öl; nach Bedarf |
Quelle
| Menü des Monats | |
| GBV Geiersthal | |
| Oktober 2003 | |
| erfasst von Petra Holzapfel |
Zubereitung
Zwiebel, Knoblauch, Tomaten und Chilis in eine kleine Schüssel geben. Essig, Limettensaft und Salz zugeben und alles vermischen. Soviel Öl zugeben, dass die Gemüsemischung knapp bedeckt ist.Diese pikante salatartige Sauce passt zu vielen brasilianischen Gerichten.
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"Meine Straße" mit Blick zur Serra, Ouro Branco, MG
Wer noch mehr über Brasilien und seine Essgewohnheiten wissen will, kann sich hier auch noch ein bisschen umsehen, die Beiträge sind mit Brasilien getaggt.
(Und wenn ich bis zum Schluss des Events noch Maracujas bekomme.. dann gibts vielleicht doch endlich mal mein geliebtes Maracuja-Mousse als Nachtisch..)
