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Montag, Juli 03, 2017

Mädelsgrillen

inmal wollten wir in unseren Mädels-Urlaubstagen unbedingt am Steintisch im Garten grillen - zu zweit eine kleine Herausforderung, weil man sich so beschränken muss und die mögliche Essmenge einfach begrenzt ist. Aber weils so schön und perfekt war, hier einfach mal die lose Aufzählung, mit was wir uns den Abend nach der schönen und anstrengenden Gratwanderung belohnt haben.


Wir haben uns auf sehr schnelle Dinge beschränkt - nach der Wanderung hatten wir keinerlei Lust, lange in der Küche zu stehen. Es gab mit viel Rosmarin und Knoblauch marinierten Lammrücken (am Vortag mit Knoblauch, Rosmarin und Olivenöl umhüllt, wartete dann geduldig im Kühlschrank, nachdem der Vortag sich als Regentag entpuppte), den Tomate-Mozarella-Basilikum-Klassiker, Kartoffelpäckchen und Halloumi-Zucchini-Mango-Spieße, die Anna beigesteuert hat.


Dazu Zucchini in dünne Scheiben schneiden und um Halloumiwürfel wickeln. Abwechselnd mit Mangostücken auf Spieße stecken und mit einer Marinade aus geröstetem Sesamöl, etwas Honig und Thymian bepinseln, salzen und pfeffern. Gegrillt haben wir vorsichtshalber auf Alufolie, nicht, dass was abhaut oder zu viel Öl in die Kohle tropft. Eine wunderbare Kombi aus süß-quietischig-nussig!


Die Kartoffelpäckchen waren auch denkbar einfach - kleine Kartöffelchen vierteln, mit Olivenöl, Rosmarinnadeln und etwas Salz portionsweise in Alupäckchen packen und etwa 10 Minuten grillen, lieber einmal öfter aufmachen und gucken, ob sie schon durch sind, irgendwann verkohlen die recht fix. Danach mit Fleur de Sel bestreuen, genießen.


Und dann war da ja noch das Fleisch..

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Ein ziemlich perfekter Grillabend!

Sonntag, Juli 02, 2017

Wandern im Tessin: Vom Monte Tamaro auf den Monte Lema

Als zweite größere Wanderung hatten wir uns einen echten Klassiker ausgesucht: die Gratwanderung vom Monte Tamaro auf den Monte Lema (hier kann man sich sogar ein kurzes Video dazu angucken). An der Talstation des Tamaro noch ein banger Blick gen Himmel - grau und bewölkt sah es auch, einige Wettervorhersagen sprachen auch von Regen und/oder Gewitter. Drum kauften wir erstmal nur das einfache Ticket auf den Tamaro - die freundliche Dame erzählte uns, dass wir auch in Lema noch problemlos Abfahrticket und Bus zurück buchen könnten, der Preis sei der Gleiche wie für das Kombiticket.

Oben angekommen erste Freude: Wir sind schon über den Wolken und genießen die Aussicht auf Wolkenmeer und Gipfel. Diese Aussicht versüßt uns auch den wegetechnisch etwas langweiligen (Schotterweg) Aufstieg bis zur Capanna Tamaro. Bis hierher alles auch gut mit Turnschuhen machbar, danach würde ich zu Wanderschuhen raten.

Startpunkt ist die Alpe Foppa, Bergstation der Tamaro-Seilbahn. Hier zu besichtigen: die moderne Kirche Santa Maria degli Angeli von Mario Botta.



Inzwischen ist auch die Sonne rausgekommen - Terasse der Capanna Tamaro. Sie sieht so schön und einladend aus - nur sind wir immer viel zu früh für eine Einkehr hier..



Hier sieht man schön, wie sich der Weg, der ab hier in einen Pfad übergeht weiter Richtung Tamaro (der zweite Berg in der Mitte ists) windet.


Auch hier säumen blühende Alpenrosen den Weg.


Das letzte Stück ist steil, dann ist der Gipfel erobert - Monte Tamaro, 1960 Meter hoch. Kurz haben wir den Gipfel ganz für uns alleine, anfangs auch noch mit atemberaubender Aussicht auf Berge und Seen. Dann schiebt sich die Wolkenwand direkt auf uns zu.. und wird uns den Rest der Wanderung auch weiterhin begleiten. Hier oben waren wir vor drei Jahren schon einmal, wir gucken in den Himmel und beschließen - diesmal gehen wir den Grat!


Ab hier gehts immer hoch und runter, mal gehen wir knapp über der Wolke, mal in der Wolke, mal kriecht sie vor unseren Augen über den Grat. Nur kurz reißt die Decke auf und gibt Ausblicke frei - die ganz grandiose Aussicht können wir heute leider nur erahnen. Trotzdem - und gerade deshalb aber auch eine sehr faszinierende Stimmung. Und der Weg ist heute alles andere als überlaufen. Immer wieder begegnen einem kleine Gruppen, aber man ist fast immer allein unterwegs.

Wir nehmen auch noch den Monte Gradicchioli (1936 m) mit, danach gibts bis zum Monte Lema keine größeren Anstiege mehr. Man kommt an der Wanderung übrigens an zwei Selbstbedienungsstationen vorbei - in einem kleinen Häuschen kann man sich mit gekochten Eiern, gekühlten Getränken und Ziegenkäse der nahen Alpe eindecken (zwischen Bassa di Indemini und Mt. Gradicchioli müsste die gewesen sein) , die andere Station steht am Passo Agario - eine richtig schöne Hütte mit Bänken vor der Türe - sehr einladend, würden wir nicht gerade mitten in der Nebelwand stehen.

Auf dem Bergrücken des Monte Gradicchioli



Und immer weiter über den Grat..


Nochmal ein kurzer Anstieg, dann ist die Bergstation des Monte Lema mit Einkehrmöglichkeit erreicht. Wir packen erstmal den zweiten Teil unsere Vesper aus dem Rucksack und futtern. So richtig hübsch ist es nicht und wir wollen natürlich auch noch auf den echten Gipfel des Monte Lema - also nochmal ein paar Höhenmeter hinauf, dann steht man am ziemlich überdimensionierten Kreuz auf dem Gipfel auf 1620 Metern Höhe. Und tatsächlich - es reißt auf und wir gucken auf den Luganer See herab. Panoramatafeln zeigen uns, wie es sonst hier aussieht..
Dann sehen wir zu, dass wir in die Seilbahn kommen - es befindet sich noch eine ganze Gruppe Modellflugzeuflieger auf dem Berg, die wollen bestimmt auch noch ins Tal.

Die Seilbahn mit 3 Kabinen fährt alle 30 Minuten ins Tal - letzte Fahrt (Dauer ca. 10 Minuten) ist um 17.30. Wir nehmen die um 16.30 Uhr und genießen in Miglieglia noch einen Kaffee, bevor uns der Shuttle-Bus um 17.15 wieder zurück nach Rivera zur Talstation des Monte Tamaro bringt. Eine tolle Wanderung, die ich gerne - dann vielleicht mit mehr Ausblick - auch ein zweites Mal gehen würde.

Wir haben für die knapp 13 km, ca. 1060 Höhenmeter ungefähr 5,5 Stunden benötigt, incl. Pausen. 
GPS-Daten usw. gibts auch bei outdoor active - hier wird die Tour allerdings andersherum, vom Monte Lema auf den Tamaro begangen.

Donnerstag, Juni 29, 2017

Wandern im Tessin: Von Rasa auf den Pizzo Leone

Fast zwei Wochen ist es jetzt schon wieder her, dass ich ein paar Wandertage mit einer lieben Freundin im Tessin verbringen konnte. Die Männer mussten leider arbeiten (und sind vielleicht nicht ganz so berglustig wie wir), also haben wir uns alleine auf den Weg gemacht.

Zwei Wanderungen möchte ich auch hier auf dem Blog vorstellen - vielleicht ists ja eine Anregung für den ein oder anderen? Die erste führt ins Centovalli - Startpunkt ist das Bergdorf Rasa, das nur zu Fuß oder per Seilbahn erreicht werden kann. Von dort wollen wir auf den Pizzo Leone. Die Fahrt mit der kleinen Self-Service-Seilbahn (Automat unten, einsteigen, beim zweiten Piep gehts los, geknipst wird oben) ab Verdasio macht jedenfalls schon mal Lust und Laune.


Kurz gehts durch schöne Dörfchen Rasa, in dem man sich auch noch länger aufhalten könnte, wir haben vorher schon etwas getrödelt und sollten so langsam los - immerhin wollen wir auch abends gerne wieder mit der Seilbahn ins Tal fahren (letzte Fahrt um 18 Uhr) und nicht laufen.


Abwechslungsreich führt der Pfad über Wiesen und den Weiler Monti - ab den zerfallenen Häusern von Termine gehts im Wald dahin. Wir sind dankbar, die Sonne scheint und es ist ziemlich warm, da ist Schatten nicht gerade ungelegen.



Der Pfad fällt teilweise in einigen Kehren recht steil auf der einen Seite ab, wir haben damit keine Probleme. Die erste größere Steigung gibts am Ende des Waldes, bald darauf sieht man zum ersten Mal den See - an unserem Wandertag wars leider ziemlich diesig, allzuviel sieht man nicht. Weiter über eine Weide mit Hochlandrindern (denen ist heut sicher auch schön warm), die sich im Schatten von Bäumen drängen. Dann immer weiter über die Alpe die Naccio und ein Meer an blühenden Alpenrosen - so toll, ich hab sie noch nie zur Blütezeit erwischt.


Das erste Gipfelkreuz steht bei Pkt. 1499m, auch wenn hier eigentlich kein Gipfel ist. Tolle Aussicht gibts allerdings. Ab jetzt immer aufwärts, das letzte Stück zum Gipfel gehts über Steinplatten, die Sonne knallt, aber nach gut 40 Minuten sind wir oben - Pizzo Leone, 1659 m. Von hier genießen wir das herrliche Bergpanorama und beobachten große Schmetterlinge. Außer uns ist niemand hier - überhaupt, wir begegnen auf der ganzen Wanderung etwa 4 anderen Grüppchen, sehr angenehm..



Der Abstieg ist dann ziemlich steil, wir sind froh um unsere Wanderstöcke und noch froher, als wir irgendwann wieder an der Kreuzung Termine stehen. Ab hier gehts auf bekanntem Weg zurück in Richtung Rasa.

Wer lieber steiler auf- als absteigt, der sollte die Tour evtl. ab Termine umdrehen, also den steileren Aufstieg wählen und dann etwas bequemer über die Alpe di Naccio absteigen, die Aussicht wäre schöner (Blick Richtung See) und der Großteil des Aufstiegs im Schatten.

Eine Erfrischung am Brunnen in Rasa - für einen Grottobesuch langts leider nicht mehr. Der nette Mann von der Seilbahn erkennt uns wieder und fragt wies war - eine richtig schöne Wanderung. Fürs nächste Mal empfiehlt er uns den Gridone (2189m) - da müssen wir dann aber früher aufstehen ;).


Die Tour ist auf outdooractive beschrieben, ist ca. 12 km lang. 954 m hoch und wieder runter - beschriebene Gehzeit 4.45 Std. Wir haben gute 4,5 Std incl. Foto-, Trink- und Gipfelpause gebraucht.

Mittwoch, September 07, 2016

Hüttenwanderung im Verzasca Tal: Auf die Capanna d'Efra

Vergangene Woche bot sich mir nochmal die Möglichkeit für einen Kurzabstecher ins Tessin. Es lockte herrlichstes Wanderwetter und so haben meine Eltern und ich uns mal etwas Neues vorgenommen: eine Wanderung mit Übernachtung auf dem Berg.


Den Weg von Frasco im Verzasca Tal (885 m ü.N.) führt über die Alpe d'Efra und den Lago d'Efra (1836 m) zur nicht bewirtschafteten Capanna d'Efra auf 2039 Metern Höhe. Die Hütte hält Getränke und feste Nahrungsmittel wie Pasta, Reis, Polenta bereit - außerdem kann man hier natürlich übernachten. Die Anmeldung erfolgt einfach via Internet. Die Strecke (ca. 6 km einfach, 1200 Höhenmeter) kann man natürlich auch an einem Tag hin- und zurückmarschieren - wir haben uns aber für den Luxus der Hüttenübernachtung entschieden - die absolut richtige Entscheidung. So müssen wir nicht allzu früh starten und haben alle Zeit der Welt, unterwegs Steimandln zu bauen, Fotopausen einzulegen und natürlich einen seeehr erfrischenden Sprung in den Bergsee zu wagen (ok, nur ich ;) ).

Weil sich  meine Begeisterung u.a. in einer unglaublichen Fotomenge äußerte (dabei hatte ich doch nur die kleine Kamera dabei..), gibt es hier heute eine Wanderfotoflut. Die Fotos, auf denen ich zu sehen bin, hat Mama gemacht.

Ab Monti Montada gehts aufwärts..




Mich begeistert die wechselnde Vegetation, anfangs noch typisch Tessiner Mischwald, wird der Wald zu dunklerem Buchenwald, dann kommen Birken und schließlich die Lärchen. Ein Meer von Alpenrosen (wie toll muss das hier aussehen, wenn alles blüht?) und schließlich Wacholderheiden. Wunderschön!

Nach Kehren über Kehren haben wir die verlassene Alpe d'Efra erreicht. Höchste Zeit für eine Pause. Am Brunnen füllen wir unsere Wasserflaschen auf, jetzt folgt ein landschaftlich schöner Weg durch Wacholderbüsche und steinige Pfade zum See. Wir queren zwei, drei Bäche, alle führen nicht besonders viel Wasser, also alles kein Problem.

Alpe d'Efra, Fensterhöhle mit Ausblick



Am Lago d'Efra




Nach dem Bad im See fallen auf einmal Wolken von den Hängen - hier wird ziemlich deutlich, was es heißt, das Wetter kann hier in den Bergen schnell umschlagen. Zum Glück haben wir ja nicht mehr weit - etwa in 40 Minuten erreichen wir unser Ziel für heute: die Capanna d'Efra. (Bis dahin sind die Wolken dann auch wieder verschwunden.)





Der Abend auf der Hütte, die wir grandioserweise ganz für uns alleine haben, ist herrlich: Das Bier ist kalt, der Blick geht gen Tal und die Sonne versinkt langsam. Es gibt Spaghetti mit Tomatensauce aus dem Rucksack und Tessiner Merlot. Wie schön, Zeit zu haben.




So siehts übrigens in Küche/Aufenthaltsraum aus. Ein Gasherd, ein Holzherd incl. grooßem klassichen Polentatopf, den man übers Feuer hängen kann. Reichlich Merlot. Alles da, was man so braucht.



Der nächste Morgen empfängt uns mit magischer Stimmung. Um halb sieben bin ich wach, schnappe mir die Kamera und springe begeistert ums Haus. Was für ein Licht! Im Tal hängt noch der Nebel und von Minute zu Minute verändet sich das Licht, taucht die Bergketten in rosa Morgenlicht. Frühstück am großen Steintisch vor dem Haus, bevor es wieder Richtung Frasco geht. Beim Abstieg sind Stöcke sehr zu empfehlen, die steilen Steinstufen gehen sonst ganz schön in die Knie.




Nie ohne Mamas Powerbank ;)! Frühstück (natürlich auch selbst mitgebracht) mit grandioser Aussicht.




Der See ist morgens mindestens so schön wie am vorangegangen Nachmittag, die Sonne kommt gerade passend heraus.. noch ein kleines Abschiedsbad, das muss schon drin sein. Sehr erfrischt gehts an den Abstieg.



Wenn man dann wieder am großen Wasserfall angekommen ist, liegt das steilste Stück schon hinter einem.. Zeit für eine Abkühlung (das Wasser hier war übrigens nicht so kalt wie das im See..). Danach dauerts vielleicht noch eine Stunde und man ist wieder in Frasco angelangt, incl. Ziegen und Schlange (Viper? schlängelte sich freundlicherweise zischend ins Gebüsch, als sie meine Stöcke bemerkte) auf dem Weg..



Was für ein wunderbares Erlebnis. Am liebsten würde ich gleich weitergehen - es war hoffentlich nicht die letzte Tour in dieser Art..

Die Capanna d'Efra liegt am Höhenweg Via Alta Verzasca - das ist allerdings eine anspruchsvolle alpine Streckenwanderung mit T5/T6 Stellen, also (derzeit noch?) nichts für mich. Man könnte aber von der Hütte noch auf die Cima d'Efra (2577 m) steigen. Alternativen: Am nächsten Tag den Gagnone Pass überqueren und ins Nachbartal Val d'Ambra absteigen oder dem Wegweiser nach Lavertezzo folgen (angeblich 6 Stunden, das ist aber evtl. sportlich.. wir haben für unseren Abstieg jedenfalls deutlich länger als die angegebenen 2 Std. 40 Min. benötigt).

Sehr angenehm fand ich die durchwegs schönen Bergwege und Pfade, keine breiten Straßen oder geschotterten Wege, wie das hier im Schwarzwald öfter der Fall ist. Begangen ist der Weg auch nicht wirklich viel - Ende August ist vermutlich schon keine Hauptsaison mehr, uns begegneten ca. 6 Paare auf der gesamten Strecke.

In Frasco parkt man mit der Verzasca Parking Card (1 Tag 10 sFr, kann man am Taleingang und an einigen Parkplätzen kaufen) am besten am Wanderparkplatz an der Kirche, dort kann man für 3 sFr noch den Folgetag dranhängen. Alternativ kauft man zwei Tagestickets und kann damit überall im Verzascatal parken. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man natürlich auch her: Ab Bahnhof Locarno ins Verzascatal.