Montag, Oktober 28, 2013

Auf der großen Schachtenwanderung

Ich hatte es schon angedeutet - ich hatte vor kurzem Urlaub, ein paar Tage davon habe ich auch in der alten Heimat, im Bayerwald verbracht. Ein absoluter Höhepunkt war die große Schachtentour - eine wunder- wunderschöne Wanderung, besonders im Herbst. Wir hatten traumhaftes Herbstwetter und sind gleich morgens aufgebrochen - immerhin liegen ca. 22-23 km vor uns.

Start der Wanderung ist der Wanderparkplatz in Buchenau, hier kann man auch nochmal gut einen Blick auf die Karte werfen:


Anfangs folgt man dem Wegweiser Pestwurz. Nur anfangs geht es erst noch gemäßigt, dann etwas steiler durch Buchen-, später Fichtenwald. Die Sonne bricht gerade durch die Bäume, fast magisches Licht.


Schon öffnet sich der Wald und man steht auf dem ersten Schachten der Tour, dem Lindberg-Schachten, der voller Heidelbeerpflanzen ist, die sich in schönstem Rot verfärben.

Schachten sind alte Hochweiden, die v.a. nach dem 30-Jährigen Krieg geschaffen wurden und bis etwa Mitte des letzten Jahrhunderts beweidet wurden.





An der Hirschbachklause: Ruhiges, dunkles Wasser, in dem sich der blaue Himmel spiegelt. Ab hier sieht man auch schon wieder die Windwurfflächen mit den umgestürzten und kahlen Bäumen.


Auf den Kohlschachten (1150m) - für mich der schönste Schachten der Wanderung. Das gelbe Steppengras und die teilweise bizarr geformten, einzeln stehenden Bäume sind einfach nur wunderschön anzusehen.


Anschließend gehts über Bohlenwege durchs Zwieselter Filz - ein Hochmoor. Zwischen Mooraugen, Latschenkiefern und roten Heidelbeersträuchern kommen wir auch am Latschensee vorbei, dem größten Moorsee des Bayerischen Waldes (so besonders groß ist er aber nicht). Einmal hinsetzen und tief durchatmen.



Hochschachten - von hier hat man Blick zu Kleinem und Großen Arber.



Anschließend gehts über einen der größten Schachten, den Almschachten. Hier wurden sogar Butter und Käse hergestellt, d.h. es führten auch etwas breitere Wege zur Weide.


Danach noch ein kurzer Abstecher zum verlorenen Schachten - hier liegt Tschechien ganz nah, genauer gesagt, am Ende der Wiese. Ansonsten ist dieser Schachten aber am wenigsten beeindruckend, der Aufstieg muss nicht unbedingt sein.
Dann beginnt auch schon der Abstieg über breite Forstwege, man quert noch den kleinen Regen und gelangt so zur Trinkwassertalsperre Frauenau.
Der wohl etwas schönere Weg führt auf der linken Seite der Talsperre entlang, wir wählen den etwas kürzeren, rechts herum. Ca. 2 km gehts jetzts auf der Straße dahin.. das zieht sich etwas ;). Hat man diese Gebilde im Blick, ists fast geschafft.


Über einen nochmal sehr schönen Weg, anfangs durch Buchenwald, später auf einem mit alten Bäumen gesäumten Weg zwischen Weiden hindurch (Markierung: Glassteig) gehts dann in ca. 3 km zurück nach Buchenau. Einkehr wohlverdient!


Fazit: Eine sehr abwechslungsreiche Wanderung mit faszinierender und traumhaft schöner Natur. Wir sind den Weg an einem Wochentag gegangen und waren fast allein, gerade mal am Latschensee sind wir auf ein paar andere Gruppen gestoßen.
Die Wanderung ist an sich nicht schwierig und verläuft ab den Lindbergschachten ohne größere Anstiege - nur ist sie eben lang, etwas Kondition sollte man daher schon mitbringen. Einkehrmöglichkeiten gibt es keine - also Brotzeit mitnehmen und abends aufs Wirtshaus* freuen.

Gesamtlänge: ca. 22 km, Dauer: Angegeben sind 7  Stunden, wir brauchten in eher langsamen Tempo mit Brotzeit, Kuchen- und vielen Fotopausen eher 8. 

Eine genauere Tourbeschreibung findet sich z.B. auch hier.

*Gasthof zum Latschensee
Buchenau 65, 94227 Lindberg
Tel. 09926-291
 Kein Ruhetag, warmes Abendessen gabs für uns genau richtig ab 17.30 Uhr. Vorher Brotzeiten - gut und ziemlich günstig.

Kommentare:

  1. So schön war's - von den Eindrücken kann man im Winter zehren!

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  2. Schöne Fotos und ein guter Tipp, wenn man mal wieder in der Nähe ist.

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