Montag, Juni 25, 2012

Burger-Zeit

Als ich bei kochschlampe von ihren Veggie-Burgern mit Möhren-Kicherbsen-Sesampatties las, gingen bei mir die Burgerlampen an. Will ich haben. Also gabs am Sonntag Burger.

Die tja, wie nennt man das auf deutsch - Bratlinge? Fleischersatz? (*schüttel*, schreckliches Wort) Bratdingsis ließen sich problemlos formen. Für die Semmelbrösel habe ich altes Brot und Ciabatta im Braun Mixer geschreddert, ging super. Wieso habe ich Semmelbrösel früher ab und zu gekauft? Mach ich jetzt immer so.


Nach etwas Kühlzeit fallen die Teile auch beim Braten nicht auseinander. Anschließend darf gestapelt werden. In unserem Fall gabs das berühmte und durch zig Blogs gegangene Rhabarber-Tomaten-Ketchup dazu (extra Eintrag folgt). Leider sagte mir der fertig gebaute Burger dann gar nicht so zu.. lag aber eindeutig am Brötchen, viel zu viel, viel zu trocken. (Ja ich weiß, könnte man selbermachen, war auf Grund Zeitmangel aber keine Option).

Dafür heute alternativ erprobt (es waren noch Bratlinge da): Statt Burgerbrötchen saftiges Kastenvollkornbrot in Scheiben schneiden, toasten, Salat und Sesam-Kicherbsenfladen dazwischen packen und Saucen drauf - schmeckt um Längen besser und man fühlt sich danach nicht wie ein Luftballon. Mach ich jetzt immer so!

Fotografiert wurde allerdings das "Original". Und ihr kennt ja bestimmt ganz tolle Brötchenrezepte. Oder nehmt normale Semmeln.

Möhren-Kichererbsen-Sesam-Burger 


==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel: Möhren-Sesam-Kichererbsen Burger
Kategorien: Vegetarisch, Burger
Menge: 6 Burger

Zutaten

H BURGERPATTIES
750GrammMöhren, geschält und geraspelt
1klein.Zwiebel, gehackt
1klein.Dose Kichererbsen, abgetropft (ca. 410 g)
2Essl.Tahin
1Teel.Kreuzkümmel, gemahlen
1Ei
3Essl.Olivenöl
100GrammSemmelbrösel (Kochschlampe: ich rate zum
-- Selbermachen oder vom
-- Bäcker des Vertrauens kaufen. Meinetwegen
-- auch Panko. Nur nicht das widerliche
-- Supermarktzeugs)
1Zitrone, Zeste abgerieben
3Essl.Sesamsaat
H UND SONST NOCH (NACH BELIEBEN)
Burgerbrötchen
Salat
Tomate
Avocado
Gurke
Mayo
Ketchup
Käse
Senf
Zwiebelringe

Quelle

www.kochschlampe.de
Erfasst *RK* 18.06.2012 von
Kathi Holzapfel

Zubereitung

1/3 der Möhren gemeinsam mit Kichererbsen, Zwiebel, Tahin, Kreuzkümmel und Ei zu Mus verarbeiten. Mit dem Zauberstab oder der Küchenmaschine, ganz wie es euch beliebt. 2/3 der Möhren mit ein wenig Olivenöl in einer Pfanne für etwa 10 Minuten andünsten bis sie weich und golden sind. Zusammen mit Semmelbröseln, Zitronenzeste und Sesamsaat in das Mus geben. Mit den Händen mischen. Abschmecken. Teig mit nassen Händen zu 6 Burgern formen und kalt stellen. Die behalten ihre Form besser, wenn man sie wenigstens eine Stunde vor dem Braten kalt stellt. Geht auch ohne, dann hätte ich aber auf dem Holzkohlegrill ein wenig Manschetten, dass mir die Dinger auseinanderfallen. Burger mit ein wenig Öl bestreichen und grillieren - auf jeder Seite ca. 5 Minuten bis sie golden und leicht knusprig sind. Ich gebe bei der 2. Hälfte gern eine Scheibe alten Goudas auf den Burger, damit der Käse leicht anschmilzt. Käse ist fast immer eine gute Idee. Burger nach Wahl zusammenbauen. Bei mir war das eine Mischung aus Aioli und Pflaumenketchup auf den Innenseiten der getoasteten Burgerbrötchenhälften, dann Salat, dann Burger (mit Käse), darauf ein wenig Senf, darauf Tomatenscheiben, darauf Zwiebelringe und dann Abschluss mit der Brötchenoberhälfte. Geht natürlich auch mit einer Joghurt- oder Chilisauce. Denkt euch selber aus, was ihr gern darin haben wollt.

Kathi: Die Patties schmecken fein, sehr saftig. Lassen sich auch gut einen Tag vorher schon machen, ich habe da keinen großen Unterschied gemerkt. Schmecken besonders gut zwischen Vollkornkastenbrothälften mir viel besser als zwischen Burgerbuns. (+ Käse, Salat, Rhabarber- Tomatenketchup, Mayo, ggf. Röstzwiebeln, Tomaten)
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Sonntag, Juni 17, 2012

Schon wieder unterwegs: Biergartenempfehlung

Oh, ich liebe Biergärten. Egal ob klassisch mit Kies und Kastanien oder kleine modernere Gärten.
Leider besuchen wir zu selten welche.

Letztens auf dem Rückweg einer Cacherwanderung kamen wir aber an einem hübschen Exemplar vorbei - wer also zufällig mal durch Adlitz kommen sollte (liegt ja praktisch ständig auf dem Weg ;) ), dem sei der gar nicht mal so kleine Biergarten des Gasthauses Zur Ludwigshöhe ans Herz gelegt.


Auf der einen Seite der kleinen und eher von Radfahrern befahrenen Straße liegt die Essensausgabe und die Schänke, auf der anderen Seite der terassenartig angelegte Biergarten. Oben schattig unter Walnussbäumen, unten eher sonnig mit tollem Blick ins Tal. Kinder (und vielleicht auch Eltern) freuen sich über einen kleinen Spielplatz.



Bier gibts von der Brauerei Meister aus Unterzaunsbach - hat uns hervorragend geschmeckt. Dazu typische Brotzeit, selbstgemachte (!) Bratwurst und andere fränkische Spezialitäten oder selbstgebackene Kuchen. Sahen sehr gut aus, wir wollten die Brotzeit allerdings nicht zum Mehrgangmenü ausbauen, daher ohne Test. Aber ich hoffe doch sehr, wir kommen hier mal wieder vorbei!

 
(Obazda, interessant cremig - aber lecker. Wenn auch Papas Obazda ungeschlagen bleibt).
 

Gasthaus "zur Ludwigshöhe" 
91080 Adlitz 12 
Telefon: 09131 - 52929 
Fax: 09131 - 507917 
Donnerstags ist Ruhetag 
Parkplätze gibts am Ende vom Dorf, einfach einmal quer durchfahren, sind auch ausgeschildert

Sonntag, Juni 10, 2012

Comic Salon 2012

Heute bleibt die Blogküche mal kalt, dafür nehm ich euch mit auf einen Streifzug zum Comicsalon 2012.

Der findet alle zwei Jahre in Erlangen statt und ist deutschlandweit das wichtigste Ereignis zum Thema Comic. Es gibt die große Messe mit allen möglichen Verlagen, es gibt Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Filme und noch mehr Ausstellungen in Galerien und Museen in der ganzen Stadt.

Ich bin über Herrn Kochfrosch zum Thema Comic gekommen, wir sind keine Experten und keine Sammler, gucken aber sehr gerne Comics, Originalzeichnungen und schauen, was sich bei unseren Lieblingsverlagen (u.a. Reprodukt, Splitter..) so tut.

Erstmal ein Streifzug über die Comicbörse vor der eigentlichen Messehalle. Hier warten 2nd-Hand-Comics und echte Perlen für Sammler auf die Käufer. Eher nichts für mich, ich verzichte gern auf die 300 Euro Ausgabe Tim und Struppi und die ganzen älteren Superheldencomics interessieren mich auch eher mäßig.


Innen herrscht schon sehr reger Betrieb.


Am Stand vom Landrömer erstehen wir Geschichten von Kauboi und Kaktus und lassen uns die Bücher natürlich auch gleich noch signieren.


Die diesjähige Hauptausstellung beschäftigt sich mit jungen arabischen Künstlern, die die Ereignisse in ihren Ländern teilweise auch in Comics verarbeiten. Am Eingang erhält man gegen Vorlage des Ausweises ein iPad, damit bekommt man über die QR-Codes Infos zu den einzelnen Künstlern und (leider nur vereinzelt) Übersetzungen. Coole Sache.



Kurze Pause auf der Terasse. Zum Schmökern: Comics am Stiel. Wir legen unseren Begleitern das neueste Buch von Guy Delisle ans Herz. Diesmal berichtet der kanadische Comicautor über sein Jahr in Jerusalem und all die kleinen und großen Erlebnisse und Beobachtungen aus dem Alltag am Gaza-Streifen. Mindestens genauso gelungen wie die Vorgänger Shenzhen, Pjöngjang und Aufzeichnungen aus Birma.



Nach einem weiteren Rundgang und letzten Besorgungen langts jetzt so langsam, wir verlassen das Kongresszentrum und schlagen den Weg Richtung Manhattan Biergarten ein.

Unter Kastanien mit Freunden treffen, ratschen, Erdbeerkuchen essen, Minze-Holunderblütensirup-Prosecco trinken, Einkäufe bestaunen und sich aufs nächste Mal freuen!

Donnerstag, Juni 07, 2012

Grüner Spargel / Mascarpone / Pasta

Farblich passt das folgende Gericht perfekt zu all den wunderschön blühenden Wiesen zur Zeit.


Mit dem Foto bin ich zwar überhaupt nicht zufrieden und es wird dem Gericht nicht wirklich gerecht - veröffentlicht wirds jetzt aber trotzdem. Kann ja nicht, dass ein absoluter Dauerbrenner (muss jede Spargelsaison sein) hier nicht vertreten ist. Das Rezept wurde auch schon mehrfach angefordert, nachdem es bei uns gegessen wurde.. also im Zweifel einfach ausprobieren ;).

Farfalle + ofengebackener grüner Spargel + Mascarpone + Pinienkerne - was soll da noch schief gehen?
Da der Spargel im Ofen extra gebacken wird ist auch das Timing ganz entspannt - perfekte, schnelle Küche - mit Gast oder ohne. Dieses Mal hat sich noch etwas Rucola mit unter die Nudeln (diesmal auch keine Farfalle, die passen aber besser) gemischt, versteckt allerdings den Spargel etwas - auch wenns fein schmeckt..

Pasta mit grünem Spargel, Mascarpone und Pinienkernen


==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel: Farfalle mit Mascarpone, Grünem Spargel und Pinienkernen
Kategorien: Nudel, Gemüse, Vegtarisch
Menge: 4 Portionen

Zutaten

1kgGrüner Spargel
3Essl.Öl
500GrammFarfalle
250GrammMascarpone
75Frisch geriebener Parmesan
25GrammPinienkerne; trocken geröstet
Gehobelter Parmesan

Quelle

Menü des Monats
GBV Geiersthal
Mai 2004
erfasst von Petra Holzapfel

Zubereitung

Den Backofen auf 230°C vorheizen.
Den Spargel im unteren Drittel schälen, waschen und in 5 cm lange Stücke schneiden.
Ein Backblech mit Alufolie auslegen. Den Spargel darauflegen, mit Olivenöl beträufeln, salzen und pfeffern. Alles vorsichtig mischen und in einer Lage anordnen. Etwa 10 Minuten im Backofen rösten, bis der Spargel gar ist. (Dies kann schon 2 Stunden im voraus zubereitet werden, die Spargel dann bei Raumtemperatur stehen lassen).
Die Nudeln bissfest kochen, abgießen, dabei 1 Tasse Kochwasser auffangen. Den Mascarpone in den heißen Topf geben und zergehen lassen, die Nudeln, den Parmesan und den Spargel bis auf 3 Spitzen zum Garnieren zufügen. Vorsichtig mischen und bei mittlerer Hitze etwa 3 Minuten erhitzen, bis alles heiß ist und die Nudeln von Sauce überzogen sind, dabei nch Bedarf noch Kochwasser zugeben.
Die Nudeln in einer großen Schüssel anrichten, mit den Pinienkernen, den Spargelspitzen und den Parmesanspänen garnieren.
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Dienstag, Juni 05, 2012

Von Portugal ins Frankenland

Nein, das hat jetzt gar nichts mit der Lissabonreise zu tun. Höchstens ein bisschen - es war quasi die Erinnerung an ein Gebäck, dass ich schon vor ein paar Jahren kennenlernen durfte: Nysa hatte damals auf dem Foodbloggertreffen in Geiersthal (5 Jahre ist das jetzt schon her!) selbstgemachte Queijadas de Leite - kleine süße cremige Törtchen mitgebracht. Die servierte ich dann zu Hause Herrn Kochfrosch und der war begeistert.

Dann verschwanden sie erstmal in den Untiefen meines Hirns, um jetzt pünktlich zu einer Gartenfeier wieder aufzutauchen. Mitzubringen: Was Süßes. Und süß sind sie wirklich... mir etwas zu süß, dabei hatte sowohl Nysa als auch ich den Zucker schon reduziert. Von den meisten anderen Gästen wurde allerdings der Daumen begeistert nach oben gereckt - kommt also etwas auf den eigenen süßen Zahn an. Auf der Feier wurden sie gerne zu einer Portweincreme mit Erdbeeren kombiniert (hehe, nichts für Kalorienzähler), ich bevorzuge sie mit Zimt überstäubt und Erdbeeren pur dazu.

Im Originalrezept fehlte die Zeitangabe im Ofen, ich hatte sie mit Beobachtung ca. 25 Minuten drin, evtl. tuts auch etwas weniger, dann sind sie noch einen Ticken cremiger.

Queijadas de Leite


==========REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4
Titel: Queijadas de Leite
Kategorien: Gebäck, Dessert
Menge: 14 Stück

Zutaten

400GrammZucker (K: weniger! 280 g waren immer noch sehr
-- süß)
125GrammMehl
3Eier Größe M
75GrammButter
1/2Ltr.Milch
1klein.Zitronenschale (K: Abrieb einer halben-ganzen
-- Zitrone)
1/2Vanilleschote
Butter und Mehl für die Formen

Quelle

http://cheznysa.blogspot.com
Erfasst *RK* 28.05.2012 von
Kathi Holzapfel

Zubereitung

Als erstes die Muffinform buttern und mehlen. Den Zucker mit dem Mehl mischen. Die Eier und die geschmolzene Butter langsam und unter rühren dazugeben. Dann die warme Milch, die zuvor mit der Zitronenschale und ausgekratzter Vanillestange aufgekocht worden ist, ebenfalls unter rühren dazugeben (ich habe die Milch durch einen Sieb in die Zutatenschüssel gegeben, da ich die Haut, die die Milch beim Kochen bildet nicht mag). Die sehr flüssige Masse in die Form geben und im Ofen bei ca. 180 ° 25-30 Minuten oder ein bisschen mehr backen, bis die Oberfläche leicht bräunlich ist. Abkühlen lassen und in Papierförmchen geben. Wer mag, kann die Queijadas vor dem Servieren mit etwas Puderzucker (K: Zimt!) bestreuen.
Kathi: Immer noch sehr süß - für mich evtl. nächsts Mal nur 200 g Zucker nehmen. Vanille passt gut. Zum Schluss in Papierförmchen gesetzt und mit etwas Zimt bestreut. Evtl. lassen sich die Törtchen auch gleich in Papierförmchen backen. Schön dazu: frische Erdbeeren..
=====

Montag, Juni 04, 2012

Alle Jahre wieder - Bergzeit

Und wieder geht Erlangens 5. Jahreszeit zu Ende. Ich habe vor drei Jahren schon einmal ein paar Bilder von der Bergkirchweih gezeigt, so lang ists auch her, dass ich selbst dort war (gehöre nicht unbedingt zu den leidenschaftlichsten Berggängern).

Dafür hats mich dieses Jahr gleich zwei Mal hinverschlagen - einmal abends Treffen mit alten Studienkollegen und einmal ein Spaziergang am Pfingstsonntag, um unserem Besuch einen Eindruck zu vermitteln. Der Spaziergang fiel angesichts der Menschenmassen dann aber eher kürzer aus, wir versorgten uns mit Käse und Breze und verzogen uns in die nah gelgene Schwabachsanlage. Lecker Berg-Picknick!
Steinbach-Bräu schmeckt immer noch am besten, die Bergmaß kostet dieses Jahr 7,90 Euro (im Vergleich dazu 2009: 7,50 Euro). Für stolze 6 Euro könnte man das berühmte Riesenrad besteigen. Haben wir wieder drauf verzichtet, vielleicht irgendwann mal, zum Abschied aus Erlangen.







Donnerstag, Mai 24, 2012

ein letztes Mal Lissabon

Und wie versprochen gehts hier auch schon weiter. Das Ende ist allerdings schon in Sicht - es waren ja leider "nur" 6 Übernachtungen. Bei der nächsten Planung würde ich dann allerdings doch noch ein paar Tage Strand dranhängen. Das wär dann noch einen Ticken erholsamer. Aber gut, wenn man halt nur eine Woche Urlaub hat, kann man nichts machen.

Jetzt aber wieder zum Essen.. immerhin läuft hier immer noch ein Pastéis de Nata-Contest. Einen Tag sind wir nach Belém (ein Stadtteil Lissabons) gefahren, zum Einen wollten wir das berühmte Hieronymus-Kloster angucken (Fotos s. vorletzter Post) - mindestens genauswo wichtig war aber auch der Besuch in der vermutlich berühmtestens Pastelaria, praktisch nebenan.



Draußen steht schon eine Schlange vor der Tür, aber wir wollen uns sowieso hinsetzen. Wir laufen also durch den ersten (vollen) Raum, durch den zweiten (vollen) Raum, durch den dritten.. faszinierend, es geht immer weiter, immer weiter. Und weiter hinten ist noch reichlich Platz, wir werden sogleich nett empfangen und uns werden zwei Tische zusammengerückt. Und dann gibt sie es endlich, die berühmten Pasteis..


Geschmacklich top - sehr knuspriger, etwas dickerer Boden, die Creme nicht so puddingartig, sondern "weicher" und nicht ganz so süß. Außerdem natürlich: Zimt dazu! Ein Pluspunkt. Die Pastéis erhalten also fünf Mal die Bestnote ;) - Sieger gekürt. Mit 1,05 Euro pro Pastel sind sie sogar noch einen Ticken günstiger als die zweiplatzierten von der Confeitaria Nacional. Wir fragen unseren Kellner noch, wieviele Pastéis pro Tag die Backstuben verlassen - die Antwort ist durchaus beeindruckend: 30.000 bis 40.000 Törtchen. Nicht schlecht.

Ein weiteres Highlight in Lissabon waren für mich die vielen kleinen, teilweise nostalgisch wirkenden Läden. Viele mit Holztheke und schönen Regalen dahinter. Von Blumensamen, über Stoffe, Kaffee, Tee, Hüte und Handschuhe - alles mögliche wird so angeboten. Auf der Suche nach ein paar Mitbringseln sind wir dann auch über die Conserveira de Lisboa gestolpert, einen kleinen Laden, der seit 80 Jahren Fischkonserven verkauft. Von Hand von einer älteren Dame in nostalgisches Papier verpackt. Auch der Einkauf wird liebevoll in Packpapier gehüllt und mit einem hübschen Band eingewickelt. Absolut sehenswert - geschmacklich kann ich noch nichts sagen, die Dosen schlummern noch, bzw. werden verschenkt..





Und dann waren sie leider auch schon vorbei, die schönen Tage in Lissabon, vielleicht sieht man sich ja sogar mal wieder..? Bis dahin bleiben noch die netten kleinen Souvenirs, die wir uns mitgebracht haben. U.a. Espressotassen (wir haben nur zwei, und die sind nur leidlich schön), Kachelmagneten, Olivenlöffel und -schälchen (Schnäppchen.. für 90 ct konnte ich nicht vorbeigehen) und im Hintergrund ganz dezent mein non-Food-Mitbringsel: Ein kleines schickes Hütchen aus der Chapelaria Azevedo am Rossio.

Mittwoch, Mai 23, 2012

Essen und Trinken in Lissabon

Wir hatten eine sehr zentral gelegene, tolle Ferienwohnung und waren so mitten drin im Geschehen. Schon am Ankunftstag lockten uns die ersten Törtchen - Pastéis de Nata. Mama hatte mir jahrelang davon vorgeschwärmt, ich hatte noch keine gegessen. Erstes Ziel diesen Urlaub: Herausfinden, wer die besten macht. Als ertes getestet wurden die Pasteis von der Confeitaria Nacional, die praktisch gleich ums Eck der Ferienwohnung liegt. Fazit: Knuspriger Boden, leckere und nicht zu süße Creme (immer noch reichlich süß ;) ). Dazu frische Erdbeeren vom Straßenhändler - yammi. 6 Pastéis schlagen mit 6,60 Euro zu Buche.



Gefrühstückt wird in Lissabon eher klein - klassisch sind Milchkaffe und Croissant oder süßes Teilchen. Einige Cafés bieten aber neben Sandwiches auch größere Zusammenstellungen inkl. Kaffee an, meist in Kombination mit viel Ei (ist dann aber relativ teuer). Ich verzichte und bleibe bei Kaffee (der hier sehr gut schmeckt!), frisch gepresstem O-Saft und Croissant/Torrada (Buttertoast). Für uns komisch: nirgendwo wird sowas wie Marmelade zum Frühstück gegessen, einzige Ausnahme waren die Scones in der oben erwähnten Confeitaria Nacional, die haben auch sehr gut geschmeckt.




Wir waren zum Frühstück in diversen Cafés rund um den Rossio. Café Nicola und Pastelaria Suica direkt am Rossio (ich persönlich fand das Nicola gemütlicher und die Atmosphäre schöner), Casa Brasileira in der Rua Augusta (keine Empfehlung, lag nicht nur am absolut nicht zuhörendem Kellner), im Café Brasileira in der Rua Garrett und schließlich in der Confeitaria Nacional. Fast überall ist es draußen bedeutend teurer als drinnen - im Café Brasileira kostet es innen nur ca. 2/3 des Außenpreises. Am Tresen ist der Espresso natürlich am günstigsten.





Nach einer Woche freue ich mich trotzdem wieder auf "deutsches Frühstück". Brot mit Honig oder Marmelade oder mal ein Müsli - nicht immer nur Gebäck, das wär auf Dauer nichts für mich ;). Tagsüber waren wir dann wild in der Stadt unterwegs. Kleinigkeiten bekommt man problemlos überall, so essen wir auf der Esplanada Graca am Aussichtspunkt Miradouro da Graca in einem kleinen Straßencafé/Kiosk unter Pinien köstliche Empadas de Galinha - mit Hühnchenfrikassee gefüllte Teigtaschen. Dazu kaltes Bier, so lässt sichs aushalten.




Spätestens an Tag 3 lechze ich so langsam nach Salat und/oder Gemüse. Auf den Speisekarten allerorten findet sich v.a. reichlich Fisch und Fleisch. Vegetarier oder wenigstens viel-lieber-Gemüse-Esser habens nicht so leicht. Es gibt zwar vegetarische Restaurants, aber wenn man die nicht gezielt aufsucht, siehts eher schlecht aus. Wobei die moderneren Lokale ab und an dann doch mal ein, zwei vegetarische Gerichte anbieten. Überhaupt hatten wir nach ein paar Tagen klassich portugiesisch auch mal Lust auf was Neues und so fiel uns die hübsch eingerichtete Boulangerie by Stef ins Auge. Praktischerweise war ca. Mittagszeit = früher Nachmittag und die Tafel rief verlockenden Salat aus.




Bis auf den Wein hatten wir nichts auszusetzen, die Atmosphäe war angenehm relaxed, es waren auch einige Portugiesen zum Essen da. Der Kellner/Wirt packte sogar sein Deutsch aus.. (Einigen der Anwesenden war allerdings doch eher nach Burger (mit Pancetta, Gruyere und karamellisierten Zwiebeln) zu Mute.. schmeckten wohl vorzüglich!)




Ganz klassisch musste auch einmal sein: Gegrillte Sardinen! Und wo schmecken sie besser als direkt am Meer..? Nach einem Spaziergang zum Boca do Inferno in der Nähe von Cascais (ca. 30 Minuten mit der S-Bahn von Lissabon entfernt, ein Ausflug ist sehr zu empfehlen) bei brütender Hitze und ohne Schatten war es eine Wohltat in die Esplanada St. Marta einzukehren, mit Blick auf Minibucht und Leuchtturm Santa Marta. Das einfache Lokal ist praktisch eine einzige Terasse am Hang, man sitzt herrlich im Schatten und genießt gegrillten Fisch und Sangria.. Hier könnte man auch einfach so seine Abende verbringen.







Und abends so?


Da haben wir natürlich auch gegessen, allerdings immer ohne Foto - die Kamera hatte Feierabend. Zur Erinnerung hier aber doch noch eine kurze Auflistung:

Cervejaria da Trinidade: Nach der vielversprechenden Vorspeise (Polvo-Salat mit Paprika und viel Koriander) gings leider eher mäßig weiter. Garnelen-Brot-Pampe, wuchtiger Fleischspieß mit verbrannten, aber rohen Zwiebeln oder salziger Bacalhau hauen uns nicht vom Hocker. Der Reiseführer empfiehlts, wir eher nicht. Die beeindruckenden Azulejos innen kann man sich ja auch so mal kurz angucken.

Sacramento: Ebenfalls im Chiado gelegen, wir sind eher zufällig daran vorbeigekommen. Karte gefiel und wir wurden nicht enttäuscht, sehr aufmerksamer Service und sehr leckeres Essen. Wir hatten drei Vorspeisen und vier verschiedene Hauptgerichte - alles top. Das Ambiente ist modern-rot, falls man etwas auf den Tisch warten muss, kann man das in der hauseigenen Lounge sehr bequem bei einem Glas Sekt. Empfehlung!

Clara Chiado: Und nochmal Chiado. Diesmal wählten wir das Clara Chiado. Im unteren Stockwerk sehr gemütlich mit dunklem Holz, das obere Stockwerk ist etwas schicker (und nicht ganz so gemütlich ;) ). Kochfroschs essen vegetarische Nudeln mit leckerem frischem Gemüse, aber auch allen anderen mundet es. Besonders gut: der Wein - und noch dazu sehr günstig (Flasche Weißwein, ich weiß leider nicht mehr welcher 13 Euro, Glas Rotwein 3,50 Euro). Den Service empfinden wir erst als etwas muffelig, bessert sich aber.

Tentacoes de Goa: Uns ist mal nach Abwechslung. Im Reiseführer erwähnt, wählen wir das Tentacoes de Goa - zufällig gefunden hätten wirs sicher nicht. Das Lokal liegt ziemlich versteckt in der Nähe von Martim Moniz und hat gerade mal 6 oder 7 Tische. Mit viel Glück (ohne Reservierung) ergattern wir einen davon. Es ist eng und etwas chaotisch: die einzige Toilette hat gerade ihren Geist aufgegeben und es wird noch etwas Wasser gewischt.. Wer sich davon nicht beirren lässt (=wir) bekommt zur Belohnung sehr leckeres, würziges Essen. Fragt mich nicht nach den Namen, ich hatte einen vegetarischen Kichererbsen-Kartoffeleintopf, der uns sehr gut geschmeckt hat. Mama war von ihrem Gericht ganz begeistert, sie erzählt bestimmt noch davon ;). Achja, günstig wars obendrein: Unser Hauptgericht lag bei 7,50 Euro, selbsgemachtes Mangoeis zum Nachtisch: 2,50 Euro.
 
Cantinho do Avillez: Zum Abschluss wollten wirs nochmal etwas schicker haben, wir hatten am Anfang der Woche sogar extra einen Tisch reserviert, die Karte las sich schonmal ganz gut. Sehr geschmackvoll eingerichtet, viel Holz und Weiß mit kleinen Retroanspielungen. Für fünf Leute ist der Tisch etwas arg eng, aber zu fünft sprengt man ja so manchen Tisch. Das Essen war tadellos, für mich gabs zur Vorspeise frittierte grüne Bohnen mit Sauce Tartar, danach Sekt-Safran-Risotto mit Gambas und Rucola und zum krönenden Abschluss Haselnuss hoch 3 (Creme/Eis/Nüsse) - sehr lecker. Abzüge gibts aber leider eindeutig für den Service bzw. Umgang - uns ist die ganze Sache zu hektisch. Schon bei der Reservierung hatte man uns gesagt, dass wir um halb 11 weg sein müssten, da würde der Tisch nochmal besetzt. So langsam essen wir nicht, da wäre trotzdem noch genug Zeit für etwas längere Pausen zwischen den Gängen geblieben. Ein Heer von Kellnern und Kellnerinnen hält nach leeren Tellern oder Gläsern Ausschau, die dann sogleich wieder gefüllt bzw. abgeräumt werden. Nicht so richtig gemütlich. Der Laden brummt, es sind alle Tische besetzt, teilweise schon in zweiter Besetzung, während wir da sind. Wer einfach nur gut essen möchte ist hier sicher an der richtigen Stelle - wer einen richtig rundum schönen Abend haben möchte, der wäre nach unseren Erfahrungen im Sacramento besser bedient.

Confeitaria Nacional, Praca Figueira 18B, 1100-241 
Lisboa Cafe Nicola, Largo do Rossio, Praça Dom Pedro IV, 24-25 1200-091 Lisboa 
La Boulangerie by Stef, Rua da Madalena 57, 1100-318 Lisboa 
Esplanada Sta Marta, Avenida Rei Humberto II de Itália, 2750-800 Cascais 
Cervejaria Trinidade, Rua Nova da Trindade 20, 213 423 506 Lisboa 
Sacramento do Chiado, Calcada do Sacramento 40-46, Baixa Chiado, Lisboa 
Clara Chiado, Largo Rafael Bordalo Pinheiro 27, 1200 Lisboa 
Tentacoes de Goa, Rua São Pedro Mártir 23 r/c, 1100-555 Lisboa 
Cantinho do Avillez, Rua dos Duques de Bragança 7, 1200-162 Lisboa

.. und demnächst der Abschluss - Team Kochfrosch & Chili und Ciabatta suchen das beste Pastel der Stadt und besuchen einen lustigen Konservendosen ;)

Montag, Mai 21, 2012

Lissabon - Los gehts!

6 Tage Lissabon liegen hinter mir und mein Kopf ist noch mittendrin im Verarbeiten und Sortieren. Lissabon, Lisboa, die Stadt mit den sieben Hügeln zog mich schon immer an - jetzt war ich endlich da. Mit im Gepäck: Neugier, keine festen Pläne und fast alle meine Liebsten. Los gehts!


Gemacht
Kacheln bewundert
Pflaster bestaunt
Mit der Straßenbahn 28 durch die engen Gassen gefahren
Nostalgische Läden besucht
Sardinen in Dosen gekauft
Espresso getrunken
Pasteis de Nata gegessen
Wind um die Nase wehen lassen
Hieronymuskloster besucht
Kaltes Bier getrunken
Vinho Verde auf der Terasse am Tejo genossen
Abstecher ans Meer
Muscheln gesammelt
Standseilbahn gefahren











Demnächst geht’s weiter mit Essen & Trinken.
Wer mehr Fotos sehen möchte: Hier gehts zum Flickr-Album